Wann waren Sie zum letzten Mal im Improvisations-Theater? Und was hat das mit „Wertschätzung“ zu tun?
Reutlingen, Theaterpädagogikzentrum TPZ, Samstagmorgen 10:00 Uhr.
„Wir fangen jetzt einfach mal an. Such Dir einen Partner, interviewt Euch gegenseitig jeweils 5 Minuten. Und dann geht ihr beide auf die Bühne und stellt den anderen vor. Und zwar unter einem der wesentlichen Grundsätze des Impro-Theaters: Let your partner shine!“ so Louise Fiegel, geschätzte Kollegin und unsere Seminarleiterin.

Das war der Auftakt zu zwei sehr vergnüglichen Seminartagen. Ohne Vorwarnung – einfach los und machen. Improvisieren. Und dabei gleich einen der wesentlichen Grundzüge guten Improvisations-Theaters üben. Nicht du bist der „Star“ auf der Bühne, sondern dein Job ist es, deinen Partner ins Rampenlicht zu stellen. „Let your partner shine!“ Und dich selbst dabei zurückzunehmen.
Für jemanden, der es als Trainer und Redner durchaus gewohnt ist, im Rampenlicht zu stehen, eine besondere Aufgabe. Zumal mein Spielpartner im Rollstuhl saß. Ich erinnerte mich an das „Wertschätzende Interview“ aus dem Apprechiative Inquiry Prozess (Wertschätzende Erkundung) und fing an, meinen Spielpartner zu interviewen, zu erkunden. Neugierig, offen und interessiert an seinem Schicksal. Die 5 Minuten reichten, um die wesentlichen Punkte in seiner Biographie zu erfassen und – das war eine Zusatzaufgabe – seiner Story noch etwas hinzuzudichten. Ich denke, es ist mir recht gut gelungen, meinen Spielpartner ins Rampenlicht zu stellen. Gerade, weil ich wirklich beeindruckt davon war, was er sich traute: Im Rollstuhl Impro-Theater spielen. Um sich und seine Persönlichkeit weiter zu entwickeln. Hut ab!
Was hat das mit Wertschätzung zu tun? Wertschätzung setzt Achtsamkeit voraus und nimmt wahr was ist, so wie es ist, ohne zu bewerten, ist verbunden mit Respekt und Wohlwollen. Drückt sich in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit aus.
Und Wertschätzung erkennt Potentiale im anderen, erkundet sie, deckt sie auf, stärkt sie und macht den anderen Groß. Wertschätzung richtet den anderen auf und stellt ihn als einzigartigen und besonderen Menschen ins Rampenlicht. „Let your partner shine!“
Und wie ist das bei Ihnen? Welches Theaterstück wird in Ihrer Firma, in Ihrem Unternehmen, in Ihrem Umfeld gespielt? Wenn es gelingt, unsere Partner*innen, Kolleg*innen, Kund*innen ins rechte Licht zu rücken, das Besondere in Ihnen zu entdecken und Ihre einzigartigen Qualitäten ins Rampenlicht zu stellen, dann wachsen wir alle.
Denn Wertschätzung stärkt: Den der sie gibt und den der sie erfährt und entgegennimmt.
Danke, Lou!
]]>Neugierig geworden?
Dann lesen Sie meinen Blogbeitrag für den Deutscher Knigge Rat: „Die Vase loben“
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Die Beschreibung dieser drei Fallen und Tipps um ihnen zu entkommen finden Sie in meinem Blogbeitrag für den Deutscher Knigge Rat:

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Ich bin mir sicher, auch Ihnen ist schon mal einer dieser sehr authentischen Armleuchter begegnet, die da so auf unserer Welt rumlaufen. Die den Begriff der Authentizität als Rechtfertigung für ihr eigenes Verhalten vor sich hertragen. Und da reicht die Palette von narzistischen Egomanen bis hin zu pöbelnden Menschen, die vor Flüchtlingsheimen randalieren. Die sind total authentisch in dem was sie da tun. Aber ist das deswegen gut?
Lesen Sie mehr dazu in meinem Beitrag auf dem Blog des Deutscher Knigge Rat
Andererseits erlebe ich aber auch durchaus Menschen, die auf eine sehr überzeugende und auch sympathische Weise authentisch auftreten. Nehmen Sie Menschen, wie unseren Bundespräsidenten Joachim Gauck, den Dalai Lama oder Papst Franziskus. Drei prominente Menschen, die durchaus Klartext reden. Sagen was sie denken und dazu stehen.
Und da kann man sich ja schon mal die Frage stellen, was genau ist denn hier der Unterschied, der den Unterschied macht? Zwischen dem authentischen Pöbler und dem authentischen Charismatiker?
Ich glaube, der Schlüssel liegt in der Selbstreflektion. Ein Mensch, der sich mit sich selbst auseinandersetzt, der sich selbst hinterfragt, entwickelt ein gutes Gespür für seine Stärken und Schwächen und für seine Werte, für das, was ihm Richtung gibt (oder das, was ihn antreibt) in seinem Leben. Und wenn es diesem Menschen gelingt sich als der, der er ist, mit seinen Stärken und Schwächen anzunehmen, wenn er also im besten Sinne selbst-bewusst durchs Leben geht, dann entwickelt sich quasi zwangsläufig eine innere Haltung von grundlegender Wertschätzung und Respekt anderen Menschen gegenüber.
Und DAS ist die Grundlage für gut gelebte Authentizität.
Lernen Sie sich selbst besser kennen! Fragen Sie sich: was ist mir wirklich wichtig in meinem Leben? Was sind meine Stärken? Und was kann ich nicht so gut? Was bringt mich auf die Palme?
Entwickeln Sie ein Gespür dafür, wann – also in welchen Situationen und in welchen Rollen wie viel Authentizität angebracht ist. Natürlich kann ich im Zusammensein mit guten Freunden deutlich authentischer sein, als im geschäftlichen Kontext oder auf anderen gesellschaftlichen Bühnen. Das heißt es geht immer um die Frage der Dosis, es geht um Angemessenheit.
Und hier kommt Freiherr Adolph von Knigge ins Spiel, der schon vor circa 250 Jahren sagte: „Lerne, den Ton der Gesellschaft anzunehmen, in der du dich befindest.“ Und hier geht es wohlgemerkt um den Ton, nicht um den Inhalt. Das bedeutet für mich: Natürlich bleibe ich mir selbst innerlich treu. Stehe zu meinen Meinungen und Überzeugungen. Gleichzeitig verfüge ich über das Fingerspitzengefühl, mein Verhalten der aktuellen Situation anzupassen.
Denn Eines ist klar: Authentizität darf kein Freifahrtschein für schlechtes Benehmen sein!
Meinen Kundinnen und Kunden mache ich folgendes Versprechen: „Ich sorge dafür, dass Sie auf den großen und kleinen Bühnen Ihres Lebens einen sympathischen, überzeugenden und authentischen Auftritt hinlegen.“
Ich glaube, es ist gut, authentisch zu leben, aber man muss sich nicht immer und überall authentisch aus-leben. Dann klappt es nämlich auch mit den beiden anderen Punkten: Sympathie und Überzeugungskraft.
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Nun ist das mit den Newslettern ja so eine Sache: Die flattern ja nicht zufällig in meinen virtuellen Postkasten, sondern die habe ich alle BESTELLT. Und zwar, weil es GUTE Newsletter sind, die hochwertigen Inhalt liefern, der für mich relevant ist.
Trotzdem beobachte ich seit geraumer Zeit, dass ich kaum noch einen Newsletter überhaupt öffne, geschweige denn lese oder den zugehörigen Blogbeitrag, Video, Podcast aufrufe. Anfangs legte ich mir die meisten dieser Emails noch auf Vorlage, um sie irgendwann, wenn ich mehr Zeit hätte zu lesen (was ich dann nicht tat und sie irgendwann dann doch ungelesen in den Papierkorb verschob).
Mittlerweile machen mich die vielen Newsletter geradezu aggressiv. Denn Sie „belästigen“ mich zum Teil wöchentlich, manche Menschen schicken mir sogar pro Woche 3 unterschiedliche Newsletter und einer schickt tatsächlich TÄGLICH einen Newsletter mit Link zu einem neuen Blogbeitrag!
Deswegen habe ich beschlossen etwas zu ändern: Als Leserin bestelle ich konsequent einen Neswletter nach dem anderen ab und als Bloggerin und Podcasterin habe ich mich gefragt, wie ich das mit meinen eigenen Beiträgen in Zukunft halten will.
Und die Antwort ist ganz klar: ICH STEIGE AUS. Ich mache nicht mehr mit bei diesem 14-tägigen Blogzirkus. Zum einen, weil ich es schlicht und einfach nicht mehr leisten kann (vermutlich ist Ihnen auch aufgefallen, dass Sie schon lange nichts mehr von mir gehört haben?) und zum anderen, weil ich nicht mehr Teil dieses Wahnsinns sein will.
Wie wohltuend die Emails der Kollegen, die nur alle paar Wochen oder gar Monate ihre Kunden beglücken! Da habe ich dann auch Lust, die Post zu öffnen! Und lese gespannt, was es Neues gibt.
Sie werden also auch in Zukunft wieder von mir lesen oder hören. Aber eben nicht mehr alle 14 Tage, sondern in unregelmäßigen Abständen, immer dann, wenn ich Ihnen etwas zu sagen habe. Versprochen.
Wie ergeht es Ihnen denn mit der Newsletter-Flut? Wie gehen Sie damit um? Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Erfahrungen hier unten als Kommentar hinterlassen!
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Nicht nur die Forderungen der neuen griechischen Regierung erhitzen zur Zeit die Gemüter, auch die Anzugsordnung des griechischen Ministerpräsidenten und seines Finanzministers sorgen für Diskussionen. Da laufen die doch einfach lässig ohne Krawatte, mit offenem Hemdkragen und wehendem Sakko durch die Weltgeschichte, um für ihre neue Politik zu werben!
Das hätte es früher nicht gegeben! Die sollten sich doch mal anständig anziehen, wo kommen wir denn da hin? Schließlich wollen die doch was von UNS! Und DAS haben wir schon als Kinder gelernt: wenn ich von jemandem etwas will, dann muss ich einen guten Eindruck machen und das heißt auch, ich ziehe mich ordentlich an. Jawohl!
Und in der Tat, jedem Kandidaten, der sich für einen Job bewirbt, gibt man die Empfehlung, sich im Zweifel lieber einen Tick zu gut anzuziehen, als eine Spur zu schlecht. Denn der Personaler weiß auch, dass es für den Bewerber ein besonderer Termin ist, den er mit entsprechend sorgfältiger Kleidung würdigt. Ein Termin, an dem er sich von seiner besten Seite zeigen möchte.
Was also ist los mit Alexis Tsipras und Giannis Varoufakis? Die wollen doch was von uns! Haben die beiden vergessen in den Spiegel zu schauen?
Nein, das glaube ich nicht. Mal abgesehen davon, dass die beiden vermutlich eh keine begeisterten Krawattenträger sind, senden sie mit ihrem Dresscode auf jeden Fall eine Botschaft:
Keine Zeit für Formalitäten, jetzt geht’s zur Sache. Wir krempeln die Ärmel hoch und packen’s an. Wir haben keine Zeit für so einen Schnickschnack. Ab jetzt wird Tacheles geredet. Und – wir gehören nicht zur Kaste der feinen Anzugträger, sondern wir sind Männer aus dem Volk. Wir sind gekommen um aufzuräumen.
Und so eilen sie auch durch die Gangways der Flughäfen und die Flure der Regierungen dieser Welt. Forsch, ein bisschen unkonventionell und selbstbewusst. Und so sind auch ihre Forderungen. Wir passen uns nicht an. Wir wissen was wir wollen. Wir gehen neue Wege und damit basta.
Und genau diese Botschaft wird durch ihr Outfit auf nonverbaler Ebene transportiert. Die beiden griechischen Minister sind natürlich nicht die einzigen Politiker, die es verstehen, ihre Botschaft durch die Sprache ihrer Kleidung zu unterstützen.
Diese Strategie konnte man auch im Wahlkampf von Al Gore für das Amt des amerikanischen Präsidenten im Jahr 2000 erkennen.
Auf seinen Wahlkampfveranstaltungen konnte man immer wieder folgende Szene beobachten: Al Gore betritt den Saal, geht zum Rednerpult, zieht sein Sakko aus und krempelt die Ärmel seines Hemds hoch. Und das tat er bestimmt nicht, weil ihm zu warm war – es ist allgemein bekannt, dass die Veranstaltungshallen in den USA bestens klimatisiert sind. Und die Dresscodes in den USA sind sehr konservativ.
Nein, Al Gore signalisierte damit: Ich bin einer von euch und hier geht es nicht um schöne Worte, sondern darum, dass wir die Ärmel hochkrempeln und es anpacken. Dafür stehe ich!
Oder die Grünen: erinnern Sie sich noch an den Einzug der Grünen in den hessischen Landtag 1985? Bunt und unangepasst. Und der Aufreger der Nation: Joschka Fischer – bei seiner Vereidigung zum ersten grünen Staatsminister für Umwelt und Energie erschien er in alten Jeans und abgeranzten weißen Turnschuhen. Und das war natürlich kein Zufall, sondern eine ganz klare Botschaft: „So ihr alten Säcke, ab jetzt weht hier ein anderer Wind!“
Sehr beeindruckend fand ich den Wandel, den Joschka Fischer kleidungsmäßig hinlegte, als er Außenminister wurde. Sicherlich waren Anzug und Krawatte nicht seine Lieblingskleidungsstücke, aber der Würde des Amtes entsprechend hat er sogar zum dreiteiligen Anzug gegriffen und war meiner Meinung nach einer der am besten angezogenen Außenminister, die wir je hatten.
Und was ist jetzt die Konsequenz aus diesen Betrachtungen? – Seien Sie sich bewusst, dass Sie mit Ihrer Kleidung IMMER eine Aussage machen, ob Sie wollen oder nicht. Sie haben es in der Hand, wie Sie wirken wollen. Es ist immer Ihre Entscheidung, ob Sie sich einer Situation oder einer Zielgruppe kleidungsmäßig anpassen, oder ob Sie ganz bewusst dagegen steuern.
Die folgende kleine Geschichte ist hier vielleicht noch Anregung:
Eine junge Frau arbeitet als Personalreferentin in einem aufsteigenden Londoner Unternehmen. Sie bildet die Angestellten in richtiger Kleiderordnung und Umgangsformen aus. An ihrem ersten Tag, als sie gerade den Aufzug betritt, steigt ein lässig gekleideter Mann in Jeans und Polohemd mit ihr ein. Sie will direkt Verantwortungsbewusstsein zeigen und tadelt ihn: „Heute sind sie aber ein bisschen leger gekleidet, was?“ Der junge Mann zuckt mit den Schultern: „Kann sein, aber das ist einer der Vorzüge, wenn einem die Firma gehört.“
Welche Erfahrungen haben Sie im Umgang mit Dresscodes im Beruf? Haben Sie die Regeln schon mal ganz bewusst gebrochen? Schreiben Sie mir, ich bin gespannt auf Ihre Erlebnisse!
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Nun ist es schon wieder eine Woche her, seit ich vom großen Knigge Gipfel zurückgekommen bin. – Das waren schon drei besondere Tage auf dem Petersberg im Gästehaus der Bundesregierung. Ein besonderer Ort, tolle Referenten, spannende Themen und engagierte Teilnehmer sorgten für eine unvergessliche Zeit.
Beim Thema Knigge scheiden sich ja die Geister: Die einen sagen, ja – das ist wichtig, da sollte man sich auskennen. Übrigens, man glaubt es kaum – gerade die jungen Leute sind da sehr interessiert, wollen alles ganz genau wissen und fragen mir in meinen Seminaren Löcher in den Bauch. Die anderen rümpfen die Nase und sagen, dass ist doch alles reaktionärer Mist, den die Welt nicht braucht.
Dieses Naserümpfen hat häufig damit zu tun, dass die Menschen meinen, Knigge-Regeln seien eine Ansammlung strenger Vorschriften, die ganz genau bestimmen, wie man zu sitzen oder zu stehen hat, wie man das Messer richtig hält und Herrn oder Frau Hochwohlgeboren richtig anredet.
Das Anliegen des Freiherrn von Knigge war aber ein durch und durch demokratisches.
Dem 1752 in Bredenbeck bei Hannover geborenen Aufklärer ging es vielmehr darum, das Bürgertum dabei zu unterstützen, sich vom damals noch vorherrschenden Feudalabsolutismus zu emanzipieren. Er wollte eine bessere Gesellschaft schaffen, mit gleichen Rechten für alle Stände. Und er war der Überzeugung, dass dazu Ethik, Moral, Geist und Bildung, sowie Menschlichkeit und Herzenswärme notwendig waren. Gute Umgangsformen sollten dabei kein Selbstzweck sein, sondern dazu dienen, einen sympathischen, interessanten und wertschätzenden Umgang miteinander zu ermöglichen.
In seinem 1788, also ein Jahr vor der französischen Revolution erschienen Buch „Über den Umgang mit Menschen“ finden sich übrigens keine Vorschriften zu Stil und Etikette, sondern Empfehlungen zum menschlichen Miteinander. Erst in der Restaurationszeit nach 1815 wurde das Buch, das mittlerweile in jedem bürgerlichen Haushalt zu finden war, immer mehr zu einer Benimmfibel umgeschrieben.
Ich finde nur so – begleitet von einer inneren Haltung von Wertschätzung und Respekt gegenüber anderen Menschen, machen Knigge-Regeln Sinn. Ohne diese Haltung bleiben Benimm-Regeln platte Attitude und verfehlen ihren eigentlichen Sinn.
Ich glaube übrigens auch, dass gute Umgangsformen eine große Hilfe sind, um die großen Herausforderungen zu meistern, vor denen wir zur Zeit stehen: Klimawandel, knapper werdende Ressourcen, Bevölkerungsexplosion und Kulturen, die durch Migration, größere Mobilität und moderne Kommunikationsmittel immer enger zusammen rücken.
Wenn wir diese Herausforderungen meistern wollen, müssen wir lernen, respektvoll und wertschätzend miteinander umzugehen. Wir müssen lernen, andere Kulturen, und damit andere Werte zu achten und so die Basis für ein gutes und faires Miteinander zu legen. Wertschätzend und respektvoll bedeutet dabei nicht, dass ich die Meinung meines Gegenübers teilen muss. Es bedeutet vielmehr, dass ich ihn in seinem Anderssein, mit seiner anderen Einstellung respektiere.
Freiherr von Knigge schreibt in seinem Buch „Über den Umgang mit Menschen“ :
„Lerne den Ton der Gesellschaft anzunehmen, in der du dich befindest.“ – Ich glaube, die „Symphonie unserer Gesellschaft“ wird bunter, vielfältiger und voller neuer Töne werden. Tragen wir dazu bei, dass einige schöne Harmonien dabei entstehen!
Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit.
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Standards sollten nicht zu speziell sein, sondern für möglichst viele Situationen passen. So passt beispielsweise der Satz „Was ist denn das für eine freundliche Frage?“ auf alle unverschämten Fragen dieser Welt. Mit dieser Antwort machen Sie auf charmante Weise klar, dass die Frage gerade eben nicht in Ordnung war. Etwas direkter und damit schärfer wird der Ton, wenn Sie sagen: “Was beabsichtigen Sie mit dieser herabsetzenden Frage?“ – Sie benennen sehr konkret, wie die Frage bei Ihnen angekommen ist. Eleganter: „Wenn ich auf den sachlichen Gehalt Ihrer Frage eingehe, …“
„Wer fragt führt“ – dieser Spruch hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt.Fragen Sie nach! Das ist nach wie vor eine elegante Möglichkeit auf unfaire Fragen zu reagieren. Damit wirken Sie souverän und konstruktiv.
Stellen Sie kurze, offene Fragen. Mit den so genannten W-Fragen (wie, was, wer, wen, wofür, womit) geben Sie den Ball zurück. Sie zeigen, dass Sie den anderen ernst nehmen und gewinnen Zeit um Ihre eigenen Gedanken zu ordnen. Ihr Gegenüber muss über Ihre Frage nachdenken – und Nachdenken bewirkt immer, dass wir von der Gefühlsebene zur Sachebene wechseln. Das entspannt die Situation.
Versorgen Sie Ihren Gesprächspartner nur sparsam mit Informationen über Ihre eigene Meinung und fordern Sie eine Antwort ein.
Ein Beispiel: Wenn Sie auf den Angriff: „Sie haben ja überhaupt keine Ahnung!“ zurück fragen würden: „Meinen Sie das ernst?“, würde diese Frage sofort mit einem „Ja klar!“ zu Ihnen zurückkommen. Wenn Sie hingegen fragen: „Was genau fehlt mir denn, – Ihrer Meinung nach – an Wissen?“, muss Ihr Gesprächspartner nachdenken und der Fokus geht wieder auf die Sachebene.
Hier einige Beispiele für Frageeröffnungen:
• Was konkret verstehen Sie unter…?
• Womit vergleichen Sie…?
• Was ist denn für Sie…?
• Was genau meinen Sie mit / spricht gegen…?
• Wie darf ich Ihren Einwand interpretieren?
(gefunden im Buch „Mehr Schlagfertigkeit“ von Petra Schächtele)
Legen Sie sich eine kleine Sammlung von Antwortstandards an, die Sie üben und auswendig lernen. Das können Frageformulierungen, Witze, Zitate oder flotte Sprüche sein. Zitate haben den Vorteil, dass es sich um die Aussage eines anderen handelt. Ganz nebenbei können Sie damit noch Ihre bestechende Bildung vorführen, wenn Sie sagen: „Wie schon Einstein sagte…“, oder „Bereits Augustinus wusste, dass …“
Wie Sie an solche Standards kommen? Ganz einfach: halten Sie Augen und Ohren offen. Wenn Sie einen flotten Spruch lesen oder hören, der zu Ihnen passt, schreiben Sie ihn auf. Dann lernen Sie ihn und probieren ihn bei der nächstbesten Gelegenheit aus. Das ist übrigens ein wichtiger Punkt: Ihre Standards sollten zu Ihnen passen. Wenn Sie sich einen Standard zulegen, bei dem Sie jedes mal rote Ohren kriegen, wenn Sie ihn aussprechen, hilft das nicht wirklich.
Außerdem sollten Sie mal überlegen, in welchen Situationen Sie gerne schlagfertiger wären. Was sind Ihre Themen? Wo sind Sie am verletzbarsten? Auf diese Weise können Sie sich auch selbst Standards basteln: nehmen Sie Ihren wunden Punkt.
Überlegen Sie, – welche Angriffe haben Sie da bereits erlebt? Was genau waren die Worte, die Sie am meisten verletzt haben? Wie haben Sie reagiert, was haben Sie geantwortet? Und was war die geniale Antwort, die Ihnen eine halbe Stunde später eingefallen ist? Nehmen Sie alles, was Ihnen dazu einfällt. Lassen Sie sich neue Ideen kommen. Gehen Sie ein paar Tage mit den Sätzen spazieren. Spielen Sie mit den Ideen. Verändern Sie die Sätze. So lange, bis Sie die beste Formulierung gefunden haben. Natürlich ist diese Formulierung nicht in Stein gemeißelt. Meine Erfahrung ist, dass mancher Standard sich nach mehrmaligem Gebrauch verändert. Knackiger wird. Witziger, frecher, noch mehr auf den Punkt.
In dem Buch „Mehr Schlagfertigkeit“ von Petra Schächtele habe ich eine gute Technik gefunden, um schlagfertige Antworten zu konstruieren: Wenn es um einen Angriff zum Thema Kompetenz geht, können Sie die Formulierung „Ich kann vielleicht nicht … , aber dafür kann ich ….“ nutzen, um diesen Angriff ins Leere laufen zu lassen. Wichtig: Je weiter der zweite Teil der Aussage inhaltlich von dem entfernt ist, was der andere gesagt hat, umso größer wird der Ablenkungseffekt sein. So sagte einmal eine ältere Autofahrerin zu einem Passanten, der meinte: „Sie können ja nicht mal einparken.“ – „Ich kann vielleicht nicht einparken, aber dafür kann ich Griechisch.“
Schön ist auch, ein Wort aus der Aussage des anderen herauszunehmen und sich in der Antwort nur auf dieses zu beziehen. Das ist sehr hilfreich bei Formulierungen mit den Wörtchen „müssen“ und „glauben“.
Zwei Beispiele:
• Ein Abgeordneter sagt zu einem anderen: „Müssen Sie immer schlafen, wenn ich rede?“ Darauf antwortet der: „Nein, das mache ich freiwillig.“
• „Sie glauben wohl, wenn Sie dem Chef nach dem Mund reden, machen Sie hier Karriere?“ Antwort: „Das glaube ich nicht nur, das weiß ich.“ Oder „Das sollten Sie auch mal ausprobieren, es funktioniert wirklich.“
Wichtigste Voraussetzung um schlagfertig zu reagieren ist sicher, die natürliche Beißhemmung abzulegen. Trauen Sie sich! Wenn Sie angegriffen werden, ist es Ihr gutes Recht, sich zu wehren.
Lernen Sie, kreativ mit Sprache umzugehen. Verknüpfen Sie Inhalte auf ungewöhnliche Weise miteinander.
Und zu guter Letzt: Achten Sie auf eine humorvolle Grundhaltung. Das entspannt und hilft Ihnen, die Dinge gelassener und mit dem nötigen Abstand zu sehen. Dann fließen auch die kreativen Ideen besser.
Sie haben eine tolle Idee, eine witzige Standardantwort oder eine gute Gegenfrage? Lassen Sie uns teilhaben! Wir freuen uns, wenn Sie Ihre Idee als Kommentar mit uns teilen.
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Um einen Angriff wirksam abzuwehren, ist es wichtig, dass Sie Ihren Status bewusst einsetzen. Sie wissen nicht was Status ist? Mit Status ist hier nicht der soziale Status eines Menschen gemeint. Status im Sinne von Impro beschreibt die aktuelle Beziehung zwischen zwei Menschen. Eine Person im Hochstatus verhält sich dominant gegenüber einer Person im Tiefstatus. Eine Person im Tiefstatus ordnet sich der Person im Hochstatus unter. Dieser Status ist übrigens nicht fix, sondern verändert sich immer wieder im Laufe einer Begegnung.
Status wird überwiegend körpersprachlich ausgedrückt.
So ist Hochstatus Herr über Zeit und Raum. Das bedeutet, Hochstatus nimmt sich Zeit für seine Antwort, spricht ruhig, betont und laut. Auch seine Bewegungen sind langsam, bedacht und eindeutig. Die Körperhaltung ist aufrecht und gerade. Der Kopf ist ebenfalls gerade und ruhig. Hochstatus sucht den Blickkontakt und hält ihn auch. Die Gestik ist ruhig und groß, die Beine stehen etwas mehr als hüftbreit. Damit zeigt er, dass er sich den Raum nimmt, den er haben will. All das wird in Summe als Ausdruck von Souveränität wahrgenommen.
Tiefstatus hingegen antwortet sofort, wenn er etwas gefragt, oder aber angegriffen wird. Wenn er spricht, dann eher schnell, undeutlich und leise. Die Bewegungen sind fahrig und hektisch. Die Körperhaltung ist eher gebeugt und der Kopf wird häufig zur Seite geneigt. Eifriges, zustimmendes Nicken ist übrigens auch typisch für den Tiefstatus. Tiefstatus sucht zwar den Blickkontakt, kann ihn aber nicht halten. Stattdessen weicht er dem Blick des anderen eher aus. Gestik und Stand des Tiefstatus sind klein und wenig raumgreifend. Denn Tiefstatus glaubt nicht, Recht auf Raum zu haben. Er wirkt unsicher und unterwürfig.
Und Sie ahnen es sicher schon: wenn Sie angegriffen werden, sollten Sie Hochstatus einnehmen. Die (fast) nonverbale Reaktion auf einen Angriff, wie Sie es in meinem Video sehen konnten, ist nichts anderes als Hochstatusverhalten: Schweigen – Atmen – Aufrichten – langsam und deutlich nur ein bis zwei Worte sagen. Das Ganze mit entsprechender Körpersprache angereichert (Augenbraue hoch, Arme in die Taille o. Ä.) wirkt Wunder!
Der Klassiker: Jemand sagt zu Ihnen: „Na, du bist aber dick geworden!“ – Dann stimmen Sie zu und machen Sie das Ganze groß. Zum Beispiel: „Ja, neulich im Urlaub kam Greenpeace an den Strand und wollte mich zurück ins Meer ziehen, weil sie dachten, ich sei ein gestrandeter Wal.“. Oder: „Ja, heute morgen bin ich fast in der Haustür stecken geblieben.“.
Der Trick: Sie stimmen dem Angreifer einfach zu. Allein damit verblüffen Sie schon mal Ihr Gegenüber, der natürlich erwartet, dass Sie sich verteidigen werden. Dadurch, dass Sie jetzt noch das Offensichtliche dieses Angriffs nehmen und es maßlos übertreiben, sorgen Sie für Sprachlosigkeit und in einer größeren Runde vermutlich für einen Lacher. Das entspannt die Situation und der Angriff perlt an Ihnen ab.
Wichtig dabei: je absurder die Übertreibung, desto größer die Wirkung!
Mal angenommen, Ihr Chef sagt zu Ihnen: „Herr Müller, Sie sind immer so langsam!“, dann beziehen Sie Ihre Antwort auf die Kernaussage „langsam“.
Eine mögliche Antwort wäre dann: „Besser langsam und fehlerfrei, als schnell und falsch.“
Oder: „Nun seien Sie mal nicht so weinerlich Frau Huber!“ – Kernaussage „weinerlich“ – mögliche Antwort: „Wenn Sie mit weinerlich meinen, dass ich Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz habe, dann freut mich das.“
Also: finden Sie die Kernaussage. Überlegen Sie, was die andere Seite der Medaille sein könnte und nutzen Sie die für Ihre Antwort.
Ein paar Beispiele:
langsam = sorgfältig
schüchtern = kann gut zuhören, sich zurücknehmen
chaotisch = kreativ
risikoscheu = wägt alles gut ab
vorlaut = emotional, authentisch, bringt sich voll ein
Ihre Antwort kam nicht an? Egal, das passiert. Laden Sie durch und schießen Sie nochmal in den Busch. Vielleicht klappt’s diesmal. Bleiben Sie locker. „Scheiter heiter“ ist das Motto im Impro. Bewahren Sie sich eine humorvolle Grundhaltung und spielerische Leichtigkeit. Denn dann kommen auch die kreativen Einfälle. Schalten Sie Ihren inneren Kritiker aus und versuchen Sie nicht, besonders originell zu sein. Nehmen Sie das erste, was Ihnen einfällt. Das ist meistens die beste Idee.
Übrigens, Schlagfertigkeit hat nicht das Ziel, den „Gegner“ schachmatt zu setzen. Es geht nicht darum, einen verbalen Schlagabtausch zu inszenieren, aus dem der eine als Verlierer und der andere als Sieger hervor geht. Es geht vielmehr darum, Grenzen zu setzen, unfaire Angriffe abzuwehren und das Gespräch wieder auf eine konstruktive Sachebene zu bringen. Deswegen sollte eine schlagfertige Antwort auch niemals beleidigend sein.
Es geht darum, den anderen aus seiner Denkrinne zu kippen. Schauen Sie sich das Bild der Frau mit der Pfanne an. Sie zieht die Pfanne ja nicht jemandem über den Kopf, sondern Sie steht da wie eine Tennisspielerin. Bereit, den Ball zurückzuspielen. Darum geht es. Nehmen Sie den Ball auf und spielen Sie ihn übers Netz.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und viel Spaß beim Ausprobieren und bin gespannt auf Ihre Erfahrungen!
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Ich wette, Sie kennen das: Da haut Ihnen irgend jemand irgend so eine Frechheit um die Ohren. Und Sie stehen da mit offenem Mund und sind einfach sprachlos. Verzweifelt suchen Sie nach einer möglichst schlagfertigen Antwort, – in Ihrem Hirn aber nur Leere. Und dann, eine halbe Stunde später im Aufzug ist sie da die Antwort: „Das hätte ich sagen können!“ – leider zu spät.
Ein anderes typisches Phänomen: Sie beginnen, voller Empörung, eine möglichst intellektuelle Antwort zu formulieren. Während Sie sich verbal abzappeln und einen komplizierten Schachtelsatz konstruieren, lehnt sich Ihr Gegenüber zurück. Zeit, in aller Ruhe abzuwarten und Ihnen amüsiert zuzuhören. Während Ihr Hirn auf Hochtouren läuft, atmet er tief durch und setzt den entscheidenden Punkt.
Und genau darum geht’s: wirksame Schlagfertigkeit hat nichts damit zu tun, die tollsten Formulierungen zu finden. Effektive Schlagfertigkeit ist viel einfacher und beginnt schon viel früher. Ich möchte Ihnen hier vier praktikable Möglichkeiten vorstellen, mit denen es Ihnen gelingt mit wenigen Worten schlagfertig zu sein.
Was passiert, wenn man Sie blöd anmacht?
Als Auftrittscoach sag ich Ihnen ganz offen, das ist ein Angriff:
Und der löst bei Ihnen einen körperlichen Reflex aus. Dieser sogenannte „Fight- or-Flight-Reflex“ stammt noch aus Säbelzahntigers Zeiten. Auge in Auge mit dem Säbelzahntiger geht es nicht mehr darum zu diskutieren, ob er Sie oder doch lieber Ihre Oma fressen soll. Es geht um genau zwei Dinge: kämpfen oder abhauen.
Damit Sie die dafür notwendige Energie haben, passiert in Ihrem Körper Folgendes: Ihr Gehirn veranlasst, dass Adrenalin und Cortisol freigesetzt werden. Dadurch beschleunigen sich Ihr Herzschlag und Ihre Atemfrequenz. Ihr Muskeltonus erhöht sich, damit Sie maximale Kraft haben. Gleichzeitig reduziert sich Ihre Hirnleistung auf das Stammhirn. Dieses sogenannte Reptiliengehirn, ist ausschließlich für die unmittelbar zum Überleben notwendigen Funktionen zuständig. … und plötzlich erleben Sie den so gefürchteten Blackout.
Ich empfehle Ihnen: Atmen Sie! Und zwar tief und ruhig in den Bauch. Das ist der erste Schritt, um dem Blackout zu entkommen.Positiver Nebeneffekt: Sie verschaffen sich Zeit. Und das Schöne ist, Sie brauchen sich immer noch keine supertolle Antwort überlegen.
Das Einzige was Sie jetzt tun: Atmen, Schweigen (und glauben Sie mir – Schweigen kann mörderisch sein!), intelligent schauen und dann sagen Sie maximal ein Wort: „Aha?“ oder „Interessant!“ Hierbei ist Ihre Körpersprache enorm wichtig. Was genau Sie da tun sollten, das erfahren Sie in 14 Tagen, in meinem nächsten Blogbeitrag „Endlich schlagfertig 2“
Welche Erfahrungen haben Sie mit Schlagfertigkeit? Was sind Ihre Strategien um schlagfertig zu reagieren? Verraten Sie mir Ihr Geheimnis, schreiben Sie einen Kommentar, ich bin gespannt!
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